Subchronische
Toxizität (oral, dermal, inhalativ)
Definition:
Die subchronische Toxizität betrachtet die schädigenden Wirkungen,
die bei einer wiederholten täglichen Verabreichung der Prüfsubstanzen
über einen Expositionszeitraum von 90 Tagen auftreten.
Die Expositionsdauer erstreckt sich über eine kurze Zeit der spezifischen
Lebenszeit der Versuchstiere.
Bei den Aufnahmewegen wird zwischen der oralen, dermalen und inhalativen
Aufnahme unterschieden.
Die 90-Tage-Studie liefert Informationen über
mögliche gesundheitliche Schädigungen, die durch wiederholte
Exposition über einen längeren Zeitraum, einschließlich
der Entwicklung nach dem Abstillen bis zum Erwachsensein, entstehen können.
Die Studie liefert ferner Informationen über die wichtigsten toxischen
Wirkungen und zeigt die Zielorgane und eine mögliche Akkumulation
auf.
Messverfahren:
Die subchronische Toxizität wird im Tierversuch bestimmt.
Subchronische orale Toxizität bei Nagern
und Nicht-Nagern:
Die Methode legt einen Schwerpunkt auf neurologische Endpunkte und liefert
Hinweise auf immunologische und fortpflanzungsspezifische Wirkungen.
Die Prüfsubstanz wird täglich über
einen Zeitraum von 90 Tagen in abgestuften Dosen an mehrere Gruppen von
Versuchstieren verabreicht. Während des Verabreichungszeitraums werden
die Tiere sorgfältig auf Toxizitätsanzeichen beobachtet.
Zuerst werden die Versuche an Nagetieren durchgeführt.
Die Prüfungen mit Nicht-Nagern sollen nur in folgenden Fällen
angewandt werden:
• wenn in anderen Studien beobachtete Wirkungen eine Klärung/Charakterisierung
an einer zweiten Tierart, den Nicht-Nagetieren, erforderlich machen;
• wenn toxikokinetische Studien darauf hindeuten, dass die Verwendung
einer spezifischen Art von Nicht-Nagetieren die relevanteste Wahl von
Versuchstieren ist, oder
• wenn andere spezifische Gründe die Verwendung einer Nicht-Nagetierart
rechtfertigen.
Subchronische dermale Toxizität:
Die Prüfsubstanz wird mehreren Versuchstiergruppen täglich in
abgestuften Dosierungen auf die Haut über einen Zeitraum von 90 Tagen
aufgetragen. Während des Verabreichungszeitraums werden die Tiere
täglich auf Vergiftungserscheinungen beobachtet.
Subchronische inhalative Toxizität:
Mehrere Versuchstiergruppen werden der Prüfsubstanz täglich
über einen bestimmten Zeitraum für 90 Tage in abgestuften Konzentrationen
ausgesetzt. Es soll ein dynamisches Inhalationssystem verwendet werden.
Wird ein Vehikel beigegeben, um die gewünschte Konzentration der
Prüfsubstanz in der Atmosphäre herzustellen, ist eine Vehikel-Kontrollgruppe
einzusetzen. Während des Versuchszeitraumes werden die Tiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen beobachtet.
Geeignete Prüfmethoden:
Die Bestimmung der subchronischen oralen Toxizität ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.26 (Nagetiere) und B.27 (Nicht-Nagetiere)
beschrieben.
Die Bestimmung der subchronischen dermalen Toxizität ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.28 (Nagetiere) beschrieben.
Die Bestimmung der subchronischen inhalativen Toxizität ist in der
Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.29 (Nagetiere)
beschrieben.
Angabe im Sicherheitsdatenblatt:
Die Ergebnisse aus der subchronischen Toxizität werden unter Angabe
des Expositionsweges, der Tierspezies und der Prüfmethode angegeben.
Einstufung und Kennzeichnung:
Die subchronische Toxizität von Stoffen kann ein Kriterium zur Einstufung
des Stoffes in giftig oder gesundheitsschädlich in Verbindung mit
dem R48 gemäß der Stoffrichtlinie
RL 67/548/EWG, Anhang VI, Kapitel 3
sein.
Zubereitungen werden wie in der Zubereitungsrichtlinie
RL 1999/45/EG, Anhang II, Teil B nach
der konventionellen Methode eingestuft und gekennzeichnet. Sind Tierversuche
für die Einstufung und Kennzeichnung nötig, dann müssen
diese von der entsprechenden Behörde unter Vorlage einer ausreichenden
Begründung genehmigt werden.
Liegen jedoch bereits Ergebnisse nach beiden Methoden vor, so sind für
die Einstufung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tests zu verwenden.
Aussage:
Aus den subchronischen Toxizitäten kann der NOAEL-
bzw. der NOAEC-Wert hergeleitet werden.
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