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Subakute
Toxizität (oral, dermal, inhalativ)
Definition:
Die subakute Toxizität betrachtet die schädigenden Wirkungen,
die bei einer wiederholten täglichen Verabreichung der Prüfsubstanzen
über einen Expositionszeitraum von 28 Tagen auftreten.
Bei den Aufnahmewegen wird zwischen der oralen, dermalen und inhalativen
Aufnahme unterschieden.
Die Prüfung auf Toxizität bei wiederholter Gabe bewertet die
toxischen Wirkungen bei wiederholter Exposition. Hierbei ist die Notwendigkeit
einer sorgfältigen klinischen Beobachtung der Tiere zu unterstreichen,
um möglichst viele Daten zu gewinnen. Diese Prüfungen sollten
dazu beitragen, die Zielorgane der toxischen Wirkungen sowie die toxischen
und nichttoxischen Dosen zu ermitteln.
Messverfahren:
Die subakute Toxizität wird im Tierversuch bestimmt.
Subakute
orale Toxizität:
Die Prüfsubstanz wird in abgestuften Dosen täglich mehreren
Versuchstiergruppen oral verabreicht, und zwar eine Dosis pro Gruppe über
einen Zeitraum von 28 Tagen. Während des Verabreichungszeitraums
werden die Tiere täglich sorgfältig auf Toxizitätszeichen
beobachtet.
Bei dieser Methode wird das Hauptaugenmerk auf neurologische Wirkungen
als spezifischen Endpunkt gelegt, und um möglichst viele Daten zu
gewinnen, ist die Notwendigkeit einer sorgfältigen klinischen Beobachtung
der Tiere zu unterstreichen. Die Methode sollte chemische Stoffe mit neurotoxischem
Potenzial aufspüren, die dann gegebenenfalls eine eingehendere Untersuchung
dieses Aspektes erfordern. Darüber hinaus kann die Methode Hinweise
auf immunologische Wirkungen sowie toxische Wirkungen auf die Fortpflanzungsorgane
liefern.
Subakute
dermale Toxizität:
Die Prüfsubstanz wird mehreren Versuchstiergruppen täglich in
abgestuften Dosierungen auf die Haut über einen Zeitraum von 28 Tagen
aufgetragen. Während des Verabreichungszeitraums werden die Tiere
täglich auf Vergiftungserscheinungen beobachtet.
Subakute
inhalative Toxizität:
Mehrere Versuchstiergruppen werden der Prüfsubstanz täglich
für sechs Stunden in abgestuften Konzentrationen für 28 Tage
ausgesetzt. Es soll ein dynamisches Inhalationssystem verwendet werden.
Wird ein Vehikel beigegeben, um die gewünschte Konzentration der
Prüfsubstanz in der Atmosphäre herzustellen, ist eine Vehikel-Kontrollgruppe
einzusetzen. Während des Versuchszeitraumes werden die Tiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen beobachtet.
Es ist vorteilhaft, vorher Angaben zur Partikelgrößenverteilung,
zum Dampfdruck, Schmelzpunkt,
Siedepunkt, Flammpunkt
und zur Explosivität (falls zutreffend)
der Substanz zu haben.
Geeignete Prüfmethoden:
Die Bestimmung
der subakuten oralen Toxizität ist in der
Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.7
beschrieben.
Die
Bestimmung der subakuten dermalen Toxizität ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.9 beschrieben.
Die Bestimmung der subakuten inhalativen Toxizität ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.8 beschrieben.
Angabe
im Sicherheitsdatenblatt:
Die Ergebnisse aus der subakuten Toxizität werden unter Angabe des
Expositionsweges, der Tierspezies und der Prüfmethode angegeben.
Einstufung und Kennzeichnung:
Die subakute Toxizität von Stoffen kann ein Kriterium zur Einstufung
des Stoffes in giftig oder gesundheitsschädlich in Verbindung mit
dem R48 gemäß der Stoffrichtlinie
RL 67/548/EWG, Anhang VI, Kapitel 3
sein.
Zubereitungen werden wie in der Zubereitungsrichtlinie RL
1999/45/EG, Anhang II, Teil B nach der konventionellen Methode eingestuft
und gekennzeichnet. Sind Tierversuche für die Einstufung und Kennzeichnung
nötig, dann müssen diese von der entsprechenden Behörde
unter Vorlage einer ausreichenden Begründung genehmigt werden.
Liegen jedoch bereits Ergebnisse nach beiden Methoden vor, so sind für
die Einstufung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tests zu verwenden.
Aussage:
Aus der subakuten dermalen und der subakuten inhalativen Toxizität
kann der NOAEL-Wert hergeleitet werden.
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