Lehrgang -
[e-learning]
Karzinogenitätsstudien (oral, dermal, inhalativ)
Definition:
In Karzinogenitätsstudien wird das karzinogene Potenzial einer Substanz
bestimmt.
Bei den Aufnahmewegen wird zwischen der oralen,
dermalen und inhalativen Aufnahme unterschieden.
Messverfahren:
Die Karzinogenität von chemischen Substanzen wird im Tierversuch
bestimmt.
Erste Anhaltspunkte auf ein gentoxisches karzinogenes
Potential einer Substanz lassen sich aus den Mutagenitäts-/Gentoxizitätstests
ableiten.
Weitere Hinweise ergeben sich aus den Toxizitätsprüfungen bei
wiederholter Gabe sowie den Prüfungen auf subchronische oder chronische
Toxizität. Die Prüfung auf Toxizität bei wiederholter Gabe
(und Langzeitprüfungen bei wiederholter Gabe beinhalten die Untersuchung
auf histopathologische Veränderungen, z. B. Hyperplasien in bestimmten
Geweben, die von Bedeutung sein könnten.
Diese Untersuchungen und toxikokinetische Daten können dazu beitragen,
chemische Stoffe mit karzinogenem Potential aufzuspüren, die gegebenenfalls
weitere eingehende Untersuchungen dieses Aspektes im Rahmen einer Prüfung
auf Karzinogenität oder häufig im Rahmen einer kombinierten
Prüfung auf chronische Toxizität/Karzinogenität erfordern.
Karzinogenitätsstudie:
Die Prüfsubstanz wird den Versuchstiergruppen normalerweise für
den größten Teil ihrer Lebensdauer täglich auf einem geeigneten
Verabreichungsweg appliziert. In der Hauptsache finden die orale, die
dermale und die inhalative Verabreichung Anwendung. Die Wahl des Verabreichungsweges
hängt von den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Prüfsubstanz
und der Art der Exposition beim Menschen ab.
Die Versuchsdauer ist abhängig von der Versuchstierart. Je nach Tierart
liegt sie zwischen 18 Monaten und maximal 30 Monaten.
Während und nach der Exposition werden die Versuchstiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen, insbesondere auf die Entwicklung von Tumoren,
beobachtet.
Chronische Toxizitäts-Karzinogenitätsstudie:
Die chronische Toxizität kann auch in einer kombinierten Toxizitäts-Kanzerogenitätsstudie
bestimmt werden. Hier wird die Prüfsubstanz normalerweise für
einen größeren Teil der Lebensdauer den Versuchstiergruppen
täglich auf einem geeigneten Verabreichungsweg appliziert. Im Wesentlichen
finden die orale, die dermale und die inhalative Verabreichung Anwendung.
Die Wahl des Verabreichungsweges hängt von den physikalischen und
chemischen Eigenschaften der Prüfsubstanz und der Art der Exposition
beim Menschen ab.
Die Versuchsdauer ist abhängig von der Versuchstierart.
Für die Bestimmung der chronischen Toxizität sind mindestens
12 Monate nötig.
Während und nach der Exposition werden die Versuchstiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen, insbesondere auf die Entwicklung von Tumoren,
beobachtet.
Geeignete
Prüfmethoden:
Die Bestimmung der Karzinogenität (oral, dermal, inhalativ) ist in
der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008,
Teil B, Methode B.32 beschrieben.
Die Bestimmung Karzinogenität (oral, dermal, inhalativ) in Kombination
mit der Prüfung auf chronische Toxizität ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.33 beschrieben.
Angabe im Sicherheitsdatenblatt:
Die Ergebnisse aus den Karzinogenitätsstudien werden unter Angabe
des Expositionsweges, der Tierspezies, des Expositionszeitraums und der
Prüfmethode angegeben.
Aussage
Chemische Stoffe lassen sich, je nach dem vermuteten Wirkungsmechanismus,
als gentoxische oder nicht gentoxische Karzinogene bezeichnen.
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