Chronische
Toxizität (oral, dermal, inhalativ)
Definition:
Die chronische Toxizität betrachtet die schädigenden Wirkungen,
die bei einer wiederholten täglichen Verabreichung der Prüfsubstanzen
über einen Expositionszeitraum von mindestens 12 Monaten auftreten.
Die Expositionsdauer erstreckt sich über einen größeren
Teil der spezifischen Lebenszeit der Versuchstiere.
Bei den Aufnahmewegen wird zwischen der oralen, dermalen und inhalativen
Aufnahme unterschieden.
Messverfahren:
Die chronische Toxizität wird im Tierversuch bestimmt.
Die Prüfsubstanz wird normalerweise für einen größeren
Teil der Lebensdauer den Versuchstiergruppen täglich auf einem geeigneten
Verabreichungsweg appliziert.
Während und nach der Exposition werden die Versuchstiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen beobachtet.
Es finden in der Hauptsache die orale und die inhalative Verabreichung
Anwendung. Die Wahl des Verabreichungsweges hängt von den physikalischen
und chemischen Eigenschaften der Prüfsubstanz und der voraussichtlichen
Art der Exposition beim Menschen ab.
Der dermale Verabreichungsweg wirft erhebliche praktische Probleme auf.
Eine chronische systematische Toxizität als Folge einer perkutanen
Absorption lässt sich normalerweise aus den Ergebnissen der oralen
Toxizitätsstudie und der Kenntnis über den aus vorangegangenen
perkutanen Toxizitätsbestimmungen ermittelten Umfang der perkutanen
Absorption ableiten.
Chronische
Toxizitäts-Karzinogenitätsstudie
Die chronische Toxizität kann auch in einer kombinierten Toxizitäts-
Karzinogenitätsstudie bestimmt werden. Hier wird die Prüfsubstanz
normalerweise für einen größeren Teil der Lebensdauer
den Versuchstiergruppen täglich auf einem geeigneten Verabreichungsweg
appliziert. Die Versuchsdauer ist abhängig von der Versuchstierart.
Für die Bestimmung der chronischen Toxizität sind mindestens
12 Monate nötig.
Während und nach der Exposition werden die Versuchstiere täglich
auf Vergiftungserscheinungen, insbesondere auf die Entwicklung von Tumoren,
beobachtet.
Im Wesentlichen finden die orale, die dermale und die inhalative Verabreichung
Anwendung. Die Wahl des Verabreichungsweges hängt von den physikalischen
und chemischen Eigenschaften der Prüfsubstanz und der Art der Exposition
beim Menschen ab.
Geeignete
Prüfmethoden:
Die Bestimmung der chronischen Toxizität (oral, dermal, inhalativ)
ist in der Prüfmethoden-Verordnung
(EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.30 beschrieben.
Die Bestimmung der chronischen Toxizität (oral, dermal, inhalativ)
in Kombination mit der Prüfung auf Karzinogenität ist in der
Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.33 beschrieben.
Angabe
im Sicherheitsdatenblatt:
Die Ergebnisse aus der chronischen Toxizität werden unter Angabe
des Expositionsweges, der Tierspezies, des Expositionszeitraums und der
Prüfmethode angegeben.
Einstufung
und Kennzeichnung:
Die chronische Toxizität von Stoffen kann ein Kriterium zur Einstufung
des Stoffes in giftig oder gesundheitsschädlich in Verbindung mit
dem R48 gemäß der Stoffrichtlinie
RL 67/548/EWG, Anhang
VI, Kapitel 3 sein.
Zubereitungen werden wie in der Zubereitungsrichtlinie RL
1999/45/EG, Anhang II, Teil B nach der konventionellen Methode eingestuft
und gekennzeichnet. Sind Tierversuche für die Einstufung und Kennzeichnung
nötig, dann müssen diese von der entsprechenden Behörde
unter Vorlage einer ausreichenden Begründung genehmigt werden.
Liegen jedoch bereits Ergebnisse nach beiden Methoden vor, so sind für
die Einstufung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tests zu verwenden.
|