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Sicherheitsd@tenblatt-
online


Einführung


Allgemeines

1 Bezeichnung des Stoffs bzw. des Gemischs und des Unternehmens
1.1 Produktidentifikator
1.2 Relevante identifizierte Verwendungen des Stoffs oder Gemischs und Verwendungen, von denen abgeraten wird
1.3 Einzelheiten zum Lieferanten, der das Sicherheitsdatenblatt bereitstellt
1.4. Notrufnummer

2 Mögliche Gefahren
2.1 Einstufung des Stoffs oder Gemischs
2.2 Kennzeichnungselemente
2.3 Sonstige Gefahren

3 Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen
3.1 Stoffe
3.2 Gemische

4 Erste-Hilfe-Maßnahmen
4.1 Beschreibung der Erste-Hilfe-Maßnahmen
4.2 Wichtigste akute und verzögert auftretende Symptome und Wirkungen
4.3 Hinweise auf ärztliche Soforthilfe oder Spezialbehandlung

5 Maßnahmen zur Brandbekämpfung
5.1 Löschmittel
5.2 Besondere vom Stoff oder Gemisch ausgehende Gefahren
5.3 Hinweise für die Brandbekämpfung

6 Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
6.1 Personenbezogene Vorsichtsmaßnahmen, Schutzausrüstungen und in Notfällen anzuwendende Verfahren
6.2 Umweltschutzmaßnahmen
6.3 Methoden und Material für Rückhaltung und Reinigung
6.4 Verweis auf andere Abschnitte

7 Handhabung und Lagerung
7.1 Schutzmaßnahmen zur sicheren Handhabung
7.2 Bedingungen zur sicheren Lagerung unter Berücksichtigung von Unverträglichkeiten
7.3 Spezifische Endanwendungen

8 Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstungen
8.1 Zu überwachende Parameter
8.2 Begrenzung und Überwachung der Exposition

9 Physikalische und chemische Eigenschaften
9.1 Angaben zu den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften
9.2 Sonstige Angaben

10 Stabilität und Reaktivität
10.1 Reaktivität
10.2 Chemische Stabilität
10.3 Möglichkeit gefährlicher Reaktionen
10.4 Zu vermeidende Bedingungen
10.5 Unverträgliche Materialien
10.6 Gefährliche Zersetzungsprodukte

11 Toxikologische Angaben
11.1 Angaben zu toxikologischen Wirkungen

12 Umweltbezogene Angaben
12.1 Toxizität
12.2 Persistenz und Abbaubarkeit
12.3 Bioakkumulationspotenzial
12.4 Mobilität im Boden
12.5 Ergebnisse der PBT- und vPvB-Beurteilung
12.6 Andere schädliche Wirkungen

13 Hinweise zur Entsorgung
13.1 Verfahren der Abfallbehandlung

14 Angaben zum Transport
14.1 UN-Nummer
14.2 Ordnungsgemäße UN-Versandbezeichnung
14.3 Transportgefahrenklassen
14.4 Verpackungsgruppe
14.5 Umweltgefahren
14.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Verwender
14.7 Massengutbeförderung gemäß Anhang II des MARPOL-Übereinkommens 73/78 und gemäß IBC-Code

15 Rechtsvorschriften
15.1 Vorschriften zu Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz/spezifische Rechtsvorschriften für den Stoff oder das Gemisch
15.2 Stoffsicherheitsbeurteilung

16 Sonstige Angaben

 

Atemwegssensibilisierung

Definition:
Atemwegssensibilisierung ist eine allergische Reaktion. Es wird eine spezifische Überempfindlichkeit am Atemtrakt hervorgerufen. Die Überempfindlichkeit äußert sich dabei in der Regel als Asthma, jedoch werden auch andere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Rhinitis und Alveolitis in Betracht gezogen.

Sensibilisierend wirken Stoffe und Zubereitungen/Gemische, die bei Einatmen eine Überempfindlichkeitsreaktion hervorrufen können, so dass bei künftiger Exposition gegenüber dem Stoff oder der Zubereitung/dem Gemisch charakteristische Störungen auftreten. Sie werden Inhalationsallergene genannt.

Asthma bronchiale

Definition:
Es kommt zum anfallsweisen Auftreten von Atemnot infolge variabler und reversibler Bronchialverengung durch Entzündung und Hyperreaktivität der Atemwege.
Das allergische Asthma bronchiale wird durch eine Immunoglobin-E-vermittelte Sofortreaktion ausgelöst.
Ursachen für ein Asthma bronchiale können aber auch andere Faktoren wie z.B. chemisch-irritative oder toxisch wirksame Stoffe (siehe Atemwegsreizung), Infektionen, Analgetika, Anstrengung sein.

Rhinitis:

Definition:
Rhinitis ist eine durch Immunglobulin IgE vermittelte Sofortreaktion der Nasenschleimhaut auf allergisierende Substanzen. Man nennt es auch Fließschnupfen.

Alveolitis:

Definition:
Die allergische Alveolitis ist eine allergische Überempfindlichkeitsreaktion der Lungenalveolen vom Typ III und IV auf die Inhalation von Gefahrstoffen.
Die akute Symptomatik ist Dyspnoe (Erschwerung der Atemtätigkeit, subjektive Atemnot), Husten, Fieber, Gelenkschmerzen. Bei chronischem Verlauf besteht die Gefahr der Lungenfibrose (bindegewebig-narbiger Umbau des Lungengerüsts).

Messverfahren:
Anhaltspunkte für eine durch Stoffe oder Zubereitungen/Gemische ausgelöste Überempfindlichkeit am Atemtrakt ergeben sich in der Regel aus den Erfahrungen beim Menschen. Klinisch zeigt sich eine allergische Reaktion (Asthma, Rhinitis, Alveolitis), der Nachweis eines immunologischen Mechanismus ist jedoch nicht erforderlich.
Wichtig sind die Krankengeschichte und Befunde aus geeigneten Lungenfunktionsprüfungen im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber diesem Stoff, gestützt durch andere Hinweise wie:
• Ähnlichkeit mit der chemischen Struktur von Stoffen, die bekanntermaßen Atemwegsüberempfindlichkeit hervorrufen;
• immunologische Untersuchungen in-vivo (z. B. Prick-Test);
• immunologische Untersuchungen in-vitro (z. B. serologische Untersuchung);
• Untersuchungen, die spezifische, aber nicht immunologisch vermittelte Wirkmechanismen anzeigen, (z. B. chronisch bedingte Entzündungen bei niedriger Belastung), pharmakologisch-vermittelte Wirkungen; oder
• positive bronchiale Provokationstests, durchgeführt mit dem Stoff entsprechend anerkannter Richtlinien zur Bestimmung spezifischer Überempfindlichkeitsreaktionen.

Tierversuche
Folgende Befunde können als Hinweis darauf gewertet werden, dass ein Stoff oder eine Zubereitung beim Menschen durch Einatmen Sensibilisierungen hervorrufen kann:
• IgE-Messungen (z. B. an Mäusen), oder
• spezifische Lungenreaktionen bei Meerschweinchen.

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:
Ist der Stoff oder die Zubereitung/das Gemisch atemwegssensibilisierend, dann sollte dies angegeben werden.
Ruft der Stoff oder die Zubereitung/das Gemisch auch eine immunologische Kontakturtikaria hervor, dann ist darauf hinzuweisen.

Einstufung und Kennzeichnung:
Stoffe und Zubereitungen werden als sensibilisierend eingestuft und mit dem Gefahrensymbol »Xn«, der Gefahrenbezeichnung »gesundheitsschädlich« und dem R-Satz R 42 gemäß den folgenden Kriterien gekennzeichnet:
• aufgrund des Nachweises, dass der Stoff oder die Zubereitung spezifische Überempfindlichkeit am Atemtrakt hervorrufen kann;
• aufgrund von positiven Ergebnissen aus geeigneten Tierversuchen; oder
• wenn der Stoff ein Isocyanat ist, es sei denn, es liegt ein Nachweis darüber vor, dass das betreffende Isocyanat keine Überempfindlichkeit am Atemtrakt bewirkt.
Zubereitungen werden in der Regel nach der konventionellen Methode eingestuft und gekennzeichnet.

Gemäß CLP-Verordnung können Stoffe und Gemische aufgrund der Sensibilisierung der Atemwege in die Gefahrenklasse „Sensibilisierung der Atemwege“ der Kategorie 1 eingestuft werden. Gekennzeichnet werden Stoffe und Gemische mit dem Gefahrenpiktogramm „Gesundheitsgefahr“ (GHS08) und dem Signalwort „Gefahr“ dem entsprechenden H-Satz und den P-Sätzen.

Tipps:
In der TRGS 907 sind sensibilisierende Stoffe aufgeführt, die häufig und/oder besonders schnell sensibilisieren und für Berufserkrankungen Bedeutung haben.
Im Anhang I der Stoff-Richtlinie 67/548/EWG sind weitere sensibilisierende Stoffe aufgeführt.

In der TRGS 540 war der Umgang mit sensibilisierenden Stoffen und Zubereitungen beschrieben. Sie wurde aufgehoben (Gemeinsames Ministerialblatt GMBl Nr. 40/41, 19.08.2008).

Beispiele:
Asthma bronchiale:
z.B. Isocyanate, Metallstäube („Bäckerasthma“)