22   Dachdeckerarbeiten  

Dachdecker verarbeiten eine vielfältige Palette von Arbeitsstoffen. Einen Hauptanteil der Arbeiten nimmt sicherlich die Eindeckung von Dächern und die Verkleidung von Fassaden mit verschiedensten, teilweise auch regional unterschiedlichen Materialien ein, so z.B. Tondachziegel und Betondachsteine, Schieferplatten, Faserzement- und Bitumenwellplatten, Reet, Holz- und Bitumenschindeln usw. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Durchführung von Abdichtungsmaßnahmen, z.B. auf Flachdächern oder Balkonen und Terrassen. Dabei kommen z.B. bitumenhaltige Produkte57, Kunststoffbahnen oder auch Flüssigkunststoffe zum Einsatz. Darüber hinaus werden vom Dachdecker häufig auch Dämmstoffe verarbeitet, z.B. Mineralwolle-Dämmstoffe58, Polystyrol- oder Polyurethan-Dämmstoffplatten. Nicht zuletzt führen Dachdeckerbetriebe häufig auch Abbruch- und Sanierungsarbeiten mit Asbest durch - diese Tätigkeiten werden hier jedoch ebenso wenig behandelt wie der Umgang mit Holz(-werkstoffen) und Mörtel.

Absturzgefahr
   im Vordergrund     

 


Bei Dachdeckern besteht sicherlich die überwiegende Gefährdung durch Absturzgefahren u.ä., allerdings können Dachdecker auch gegenüber Gefahrstoffen exponiert sein. Dazu kann zum einen die Verwendung von gefährlichen Produkten gehören, z.B. Beschichtungen, Klebstoffe, Quellschweißmittel usw., aber auch die Freisetzung von gefährlichen Stoffen wie Quarzstaub beim Schneiden von Dachziegeln und Dachsteinen oder Dämpfe aus Bitumen beim Verarbeiten von Bitumenbahnen.

Aufgrund der in der Regel guten Lüftungsverhältnisse bei Arbeitsplätzen auf Dächern sind die Expositionen gegenüber Gefahrstoffen bei Dacharbeiten geringer als für vergleichbare Tätigkeiten in Baugruben oder in Räumen. Abgesehen vom Schneiden von Dachziegeln und Dachsteinen sind die Grenzwerte üblicherweise eingehalten. Allerdings kann beim Umgang z.B. mit Beschichtungssystemen oder lösemittelhaltigen Klebstoffen eine Gefährdung durch Hautkontakt bestehen.


57 vgl. Kapitel 15
58 vgl. Kapitel 14


Stand: 05/2001
 

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