Eine Vielzahl von Produkten des täglichen Gebrauchs besteht aus Polyurethan-Kunststoffen (PU- oder PUR-Kunststoffe). Darunter fallen neben Gegenständen des allgemeinen Bedarfs wie Möbel, Kühlschränke oder Schuhsohlen auch Produkte der Bauwirtschaft, z.B. Fensterrahmen, Dämmstoffe, Beschichtungen.
Einmal abgesehen vom Erhitzen bzw. Brandfall, wobei gesundheitsgefährdende Gase und Dämpfe entstehen, sind ausgehärtete Polyurethan-Produkte weitgehend ungefährlich. Dagegen können von den bei der Herstellung bzw. Verarbeitung vorliegender Ausgangsstoffe beträchtliche Gefahren für den Menschen und für die Umwelt ausgehen.
Ausgangsstoffe für
PU-Kunststoffe
Polyurethan-Kunststoffe werden im allgemeinen durch Reaktion aus zwei Komponenten hergestellt: den sehr reaktiven Isocyanaten und den sogenannten Polyolen (Polyetherpolyole, Polyesterpolyole). Daneben gibt es auch Produkte, in denen Amine anstelle der Polyole eingesetzt werden; diese kommen in der Bauwirtschaft jedoch seltener vor. Als weitere Zusätze finden u.a. Katalysatoren, Vernetzer, Füllstoffe, Flammschutzmittel, Treibmittel oder auch Lösemittel Verwendung. In den meisten Fällen werden die Isocyanat-Komponente (Härter-Komponente) und die Polyol-Komponente (Harz-Komponente) getrennt angeliefert und direkt vor der Verarbeitung auf der Baustelle miteinander vermischt. Eine ordnungsgemäße Aushärtung dieser Produkte ist nur gewährleistet, wenn das Mischungsverhältnis von Harz und Härter stimmt. Deshalb sind die Herstellerangaben hierzu konsequent einzuhalten. Es gibt auch einkomponentige Produkte, die mit dem Wasserdampf der Luft aushärten (1-K-Montageschäume, 1-K-Lacke usw.).
Im Vergleich zu den Isocyanaten sind die Gefährdungen durch die Polyole geringer. Gefahren durch mögliche andere Bestandteile von Polyurethan-Systemen wie Amine, Flammschutzmittel oder auch Lösemittel werden im folgenden nur in untergeordnetem Maße behandelt.
| Stand: 05/2001 | ||