Unter lösemittelverdünnbaren Beschichtungsstoffen sind Farben und Lacke zu verstehen, deren Bindemittel in organischen, wasserunlöslichen Lösemitteln gelöst oder dispergiert werden. Auf dem Profi-Markt überwiegen Beschichtungsstoffe (z.B. Alkydharzlacke) mit einem Anteil an organischen Lösemitteln von 35 % bis 55 %.
hoher
Lösemittelanteil
Durch diese Beschichtungsstoffe gelangen in Deutschland jährlich mehrere zehntausend Tonnen Lösemittel in die Umwelt. Zu den lösemittelverdünnbaren Beschichtungsstoffen zählen herkömmliche Alkydharz- sowie Naturharzlacke, die in Terpenen gelöst sind. Das am häufigsten verwendete Lösemittel in konventionellen Bautenlacken ist Testbenzin. Testbenzin ist ein Lösemittelgemisch, welches neben einer Reihe von aliphatischen auch aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten kann. Aufgrund des höheren Anteils an Lösemitteln im Vergleich zu den wasserverdünnbaren Farben und Lacken sind in lösemittelverdünnbaren Produkten keine Konservierungsstoffe notwendig.
Lösemittelverdünnbare Beschichtungsstoffe kommen im wesentlichen dann zum Einsatz, wenn folgende Eigenschaften gefordert sind:
| · | gute Untergrundbenetzung (Haftung auf Altlacken u.ä.) und Penetration bei saugfähigen Untergründen (Hydrophobierung) |
| · | Absperrende (isolierende) Wirkung z.B. gegen verfärbende Inhaltsstoffe im Untergrund |
| · | hohe mechanische Widerstandsfähigkeit der Oberfläche, gute Dekontaminierbarkeit der Lackoberfläche |
| · | Weichmacherbeständigkeit, Blockfestigkeit |
| · | optimaler Verlauf und Glanz. |
| Stand: 09/2005 | ||