14   Mineralwolle-Dämmstoffe (Glas- und Steinwolle)

Mineralwolle-Dämmstoffe gehören zur Gruppe der künstlichen Mineralfasern (KMF), die eine ganze Reihe unterschiedlicher Fasertypen zusammenfasst. In der Bauwirtschaft kommen hiervon

Mineralwolle-Dämmstoffe und Keramikfaser-Produkte

zum Einsatz. Andere Typen wie Textilglasfasern oder Superfeinfasern sind in der Bauwirtschaft von keiner oder nur geringer Bedeutung. Aber auch Keramikfaser-Produkte spielen mengenmäßig nur eine untergeordnete Rolle und werden lediglich für spezielle Anwendungen hergestellt.

Wegen ihrer herausragenden Bedeutung wird im folgenden ausschließlich auf die Gruppe der Mineralwolle-Dämmstoffe eingegangen. Bei der Benutzung des Begriffs künstliche Mineralfasern ist die Betrachtung demzufolge auf Mineralwolle-Dämmstoffe reduziert.

Im Baubereich werden Mineralwolle-Dämmstoffe in Form von Glas- oder Steinwolle verarbeitet.

Glas- oder
   Steinwolle              

 


Hergestellt werden die Materialien im wesentlichen aus Glasrohstoffen oder Gesteinen unter Verwendung von Recyclingmaterial wie Altglas50. Die Rohstoffe werden in Öfen aufgeschmolzen und durch Zieh-, Schleuder- und Blasverfahren zu synthetischen, glasigen (amorphen) Fasern zerblasen. Das dabei entstehende Faservlies wird zu den bekannten Produkten weiterverarbeitet.

Mineralwolle-Dämmstoffe werden in Form von Platten- und Rollenware, roh oder mit Aluminiumfolie kaschiert zur Wärmedämmung und Schallisolierung im Hochbau und der technischen Isolierung verwendet. Etwa 80% aller Mineralwolle-Dämmstoffe werden im Hochbau eingesetzt, die verbleibenden 20% gehen in die technische Isolierung. Daneben werden sie u.a. in Nachtspeicheröfen und Backöfen eingebaut.

Den Dämmstoffen sind Binder und Öle zugegeben. Die Binder bestehen üblicherweise aus einem Phenol-Harnstoff-Formaldehyd-Gemisch (Bakelite) und garantieren die Form der Dämmstoffe; nach Durchlaufen der Härteöfen sind sie praktisch formaldehydfrei, geringe Restmengen verflüchtigen sich in der Nutzungsphase innerhalb von Stunden. Die Öle (üblicherweise Mineralöle) sollen dem frühzeitigen Brechen der Fasern entgegenwirken und den Staubanteil verringern.

Mineralwolle-Dämmstoffe enthalten

· mindestens 90 % künstliche Mineralfasern glasiger Struktur,
· bis zu 7 % Kunstharze und
· ca. 1 % Öle und weitere Zusätze, z.B. wasserabweisende Substanzen.

50 die aus Schlacken der Stahl- und Buntmetall-Industrie hergestellte Schlackenwolle ist in Deutschland nicht mehr von Bedeutung


Stand: 05/2001
 

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