13.5.1   Produkt-Code für Reinigungs- und Pflegemittel

Die mit der Thematik befassten Verbände und Institutionen haben sich entschlossen, eine konkrete Hilfestellung zu geben und ein überbetriebliches Unterstützungskonzept anzubieten. Die große Anzahl der Produkte wird dabei in übersichtliche Gruppen zusammengefasst; eine Beurteilung jedes Einzelproduktes bezüglich seiner Arbeitsschutzmaßnahmen erübrigt sich dadurch.

Produkt-Code          

 


Für den Bereich der Reinigungs- und Pflegemittel sind ca. 50 Produktgruppen gebildet worden. Diese orientieren sich einerseits am Einsatzzweck der Produkte, andererseits aber auch an den Gefährdungen, die von den Reinigungsmitteln ausgehen. Auf den ersten Blick mag die relativ große Anzahl der Produktgruppen verwundern. Bedenkt man allerdings, dass mit ca. 50 Produktgruppen über die fast unüberschaubare Vielfalt der Gebäudereinigungsmittel umfassend informiert werden kann, lässt sich die relativ große Anzahl der Gruppen erklären. Welche Produktgruppen im einzelnen gebildet worden sind, lässt sich der folgenden Tabelle entnehmen.

Tabelle: Produkt-Code mit zugeordneten Produktgruppen

Die Hersteller der Reinigungsmittel ordnen ihre Produkte - je nach Gefährdung - unterschiedlichen Produktgruppen zu und versehen diese mit einem Produkt-Code. Über diese Codierung lassen sich die verschiedenartigen Reinigungsmittel eindeutig einer bestimmten Produktgruppe zuordnen. Für die unterschiedlichen Gruppen werden in der Regel zweiseitige Unternehmer-Informationen erarbeitet und zudem einseitige Betriebsanweisungsentwürfe für die Beschäftigten erstellt.

Welche Vorteile bringt eine solche branchenspezifische Unterstützungsmaßnahme für den Unternehmer?

Zukünftig brauchen für einer Gruppe zugeordnete Reiniger nicht mehr jeweils produktbezogene Informationen, z.B. Betriebsanweisungen, erstellt zu werden; es ist möglich, über Produkte, die den jeweiligen Produktgruppen zugeordnet sind, anhand der Produktgruppen auf eine mögliche Gefährdung und daraus resultierende Maßnahmen und Verhaltensweisen hinzuweisen.

Abbildung: Häufig gestellte Fragen zum Produkt-Code

     Was ist der Produkt-Code
     Der Produkt-Code besteht aus einer Buchstaben-Zahlenkombination. Die Buchstaben verweisen auf das Gebäudereiniger-Handwerk (G) und den Einsatzzweck (beispielsweise S für Sanitärreiniger). Die nachfolgenden Zahlen ordnen die Produkte Produktgruppen zu.
     Was sind Produktgruppen
     Die Produktgruppen basieren auf Produkten mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung und ähnlichem Einsatzzweck. Von den Produkten einer Gruppe gehen vergleichbare Gefährdungen aus, so dass auch die in den Produktgruppen-Informationen und Betriebsanweisungsentwürfen formulierten Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln auf all diese Produkte zutreffen. Mit ca. 50 Produktgruppen lässt sich so das breite Produktspektrum im Hinblick auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz überschaubar gestalten.
     Welches Produkt gehört in welche Produktgruppe
     Die Hersteller ordnen ihre Produkte den Produktgruppen zu und nehmen den Produkt-Code in ihre Herstellerinformationen (Sicherheitsdatenblätter, Technische Merkblätter) und auf dem Gebindeetikett auf. Die Codierung erscheint auch auf den von GISBAU herausgegebenen Produktgruppen-Informationen, wodurch jedes Reinigungsmittel eindeutig charakterisiert ist. Der Unternehmer vergleicht lediglich die Codierungen auf den Herstellerinformationen mit beispiels-weise denen auf den Betriebsanweisungsentwürfen. Ist der Code identisch, treffen die in der Information aufgeführten Angaben auf das ausgewählte Produkt zu.
     Sind Reinigungsmittel mit niedrigeren Produkt-Code-Ziffern vorzuziehen
     Die Gefahrstoffverordnung verlangt vom Unternehmer, möglichst ungefährliche Produkte einzusetzen. Mit der aufsteigenden Bezifferung im Produkt-Code wird versucht, dabei eine Hilfe zu geben. Allein aus Sicht des Gesundheitsschutzes sind demzufolge bei gleichartigem Einsatzzweck Produkte mit niedrigeren Ziffern zu bevorzugen. Darüber hinaus lässt sich allgemein sagen, dass kennzeichnungsfreie den (mit Gefahrensymbolen sowie R- und S-Sätzen) gekennzeichneten Produkten vorzuziehen sind. Anwendungstechnische Gründe können allerdings auch die Verwendung "gefährlicherer" Produkte erfordern. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass heute aus ökonomischen und ökologischen Gründen vielfach Ultra- oder Hochkonzentrate eingesetzt werden. Sollte sich der Unternehmer für die häufig "schärfer" gekennzeichneten Ultra- oder Hochkonzentrate entscheiden, hat er seine Argumente für die Verwendung dieser Produkte in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren, um sie ggf. der Überwachungsbehörde vorlegen zu können.

 

· die Zuordnung eines Produktes zu einer Gruppe feststellen (Sicherheitsdatenblatt, Produktinformation, Produktetikett des Herstellers),
· sich die für diese Produktgruppe zutreffende Produktgruppeninformation und - bei Gefahrstoffen - den Betriebsanweisungsentwurf beschaffen (erhältlich bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bzw. Bestandteil des EDV-Programms WINGIS, aber auch unter www.wingis-online.de),
· die Betriebsanweisungsentwürfe objektspezifisch anpassen sowie an der Arbeitsstelle in geeigneter Weise bekannt machen,
· anhand dieser Informationen die Unterweisungen der Mitarbeiter durchführen.


Stand: 03/2006
 

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