13.3.2   Haut- und Handschutz

Hochkonzentrate    

 


Die meisten Reinigungsmittel werden in hochkonzentrierter Form angeliefert und erst direkt vor der Verarbeitung entsprechend verdünnt. Gerade hier bestehen nun die größten akuten Gesundheitsgefahren, indem das konzentrierte Produkt verschüttet oder - nach dem Motto: Viel hilft viel - überdosiert wird. Beim Ansetzen der gebrauchsfertigen Lösung können leicht Spritzer ins Auge gelangen und zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Daher sollte bei diesem Arbeitsvorgang grundsätzlich eine Schutzbrille getragen werden. Bei aggressiven Produkten empfiehlt es sich sogar, entsprechenden Körperschutz zu tragen (Kunststoffschürzen).

Unerlässlich bei sämtlichen Reinigungsarbeiten sind Maßnahmen zum Schutz der Haut. Durch konsequentes Befolgen des Hautschutzplanes und Tragen von Chemikalienschutzhandschuhen lassen sich viele Hauterkrankungen vermeiden.

Neben dem Hautschutz können Schutzhandschuhe eine wirkungsvolle Hilfe darstellen. Diese sollten nicht nur beim Ansetzen der Flotte, sondern in den meisten Fällen während des gesamten Reinigungsvorganges getragen werden. Aber auch beim Tragen von Handschuhen ist zu beachten: Die Tragedauer ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Anzustreben ist ein Wechsel von Tätigkeiten mit und ohne Handschuhen. Die TRGS "Feuchtarbeit" fordert:

"Die maximale kontinuierliche Tragedauer sollte vier Stunden nicht überschreiten."

Diese Empfehlung ist nicht nur wegen der verstärkten Schweißbildung und dem damit verbundenen Aufquellen der Haut einzuhalten, sondern auch, weil durch den Handschuh selbst Erkrankungen ausgelöst werden können. Erwähnt seien hier nur Allergene (z.B. Thiurame) im Latexhandschuh oder Weichmacher im PVC-Handschuh. Um ein Aufquellen der Haut durch verstärkte Schweißbildung zu vermeiden, ist es sinnvoll, unter dem Schutzhandschuh Baumwollhandschuhe zu tragen. Diese können zudem gewaschen werden, um Keimbildungen zu verringern.

Zur Auswahl des geeigneten Handschuhmaterials ist es erforderlich, die Inhaltsstoffe der Reiniger zu kennen, da ein Schutzhandschuh nicht gegen alle im Reinigergewerbe eingesetzten Gefahrstoffe schützen kann.

In jedem Fall ist zu beachten, dass jeder Handschuh sein spezifisches Leistungsprofil aufweist und demzufolge kein "Universalhandschuh" existiert, der gleichermaßen Schutz vor allen Chemikalien bietet. Welcher Handschuh bei welchen Arbeiten geeignet ist, können die Unternehmen entweder bei den Herstellern der Reinigungsmittel oder der Handschuhe, aber auch bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft erfahren. GISBAU führt in WINGIS Empfehlungen zu Handschuhfabrikaten auf, die die Handschuhhersteller auf Grundlage der Inhaltsstoffe der Reinigungs- und Pflegemittel gegeben haben.

Stand: 03/2006
 

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