Allergien
Bezüglich der Gesundheitsgefahren sind an erster Stelle die irritativen und allergischen Hauterkrankungen zu nennen.
In den letzten Jahren ist bei etwa gleichbleibender Beschäftigtenzahl ein deutlicher Anstieg der Hautkrankheiten festzustellen. Diese unterteilen sich in allergische und irritative Erkrankungen. Die Gefahr des Entstehens von Allergien wird kaum vollständig ausgeschlossen werden können, da diese individuell sehr unterschiedlich sind und häufig nicht bekannt ist, von welchen Inhaltsstoffen die Allergie ausgeht. Es sind aber durchaus auch Allergene in Reinigungsmitteln als solche identifiziert, z.B. Formaldehyd oder Benzalkoniumchlorid in Desinfektionsmitteln. Reinigungskräfte, die auf solche Inhaltsstoffe allergisch reagieren, sollten möglichst andere Reinigungsarbeiten ausführen, bei denen der Kontakt mit solchen Stoffen ausgeschlossen ist.
Abbildung: Hauterkrankungen bei Reinigungsberufen der Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft 1985-2003
Kontaktekzeme
Die irritativen Ekzeme werden durch dauernden Kontakt beispielsweise mit aggressiven Stoffen (z.B. Säuren, Laugen) ausgelöst. Auch der permanente Kontakt mit stark verdünnten Reinigungsmitteln oder reinem Wasser kann zu Hautekzemen und -irritationen führen bzw. diese begünstigen. Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 531 "Gefährdung der Haut durch Arbeiten im feuchten Milieu (Feuchtarbeit)" fasst die Hautproblematik bereits in der Präambel treffend zusammen, weshalb hier eine längere Passage zitiert werden soll:
"Der längere dauernde oder ständig wiederholte Kontakt mit Wasser, insbesondere bei gleichzeitiger Einwirkung von Wasch- und Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln, Lösungsmitteln, Alkalien und Säuren führt zur Schädigung der epidermalen Barriere und der darunter gelegenen Hautschichten (lebende Epidermis). Durch die Beeinträchtigung der Barrierefunktion kommt es zur stärkeren Einwirkung von äußeren Stoffen und zum Verlust körpereigener Stoffe wie Wasser und/oder Elektrolyte (transepidermaler Wasserverlust). Es entsteht ein Abnutzungsekzem (klinisches Bild: Rötung, Trockenheit, Schuppung, Einrisse, Juckreiz), das bei weiterer Einwirkung der Noxen und mangelndem Hautschutz (spezieller Hautschutz, Hautreinigung, Hautpflege) in ein chronisches Ekzem übergehen kann. Darüber hinaus können potentielle Allergene leichter in die Haut eindringen und zu Sensibilisierungen führen. Die Entstehung von allergischen Kontaktekzemen kann durch das Abnutzungsekzem gefördert werden."
Damit wird auch verdeutlicht, dass es von besonderer Bedeutung ist, möglichst "unproblematische" Reinigungsmittel einzusetzen. Der Arbeitgeber sollte - in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber - bei allen Reinigungsarbeiten prüfen, ob nicht auf gefährliche chemische Produkte verzichtet werden kann. Natürlich ist auch zu hinterfragen, ob eine Kontaktreduzierung durch technische Maßnahmen, z.B. Aufbringen der Reinigungslösung durch Maschinen, erreicht werden kann.
Auch durch eine Änderung der Arbeitsorganisation können Hauterkrankungen vermieden werden. Ein Wechsel von Feucht- und Trockenarbeit ist anzustreben, um der Haut immer wieder Erholungsphasen zu gönnen. Feuchtarbeit und Umgang mit Reinigungschemikalien sollte auf mehrere Beschäftigte verteilt werden.
| Stand: 03/2006 | ||