13.1.2   Desinfektionsreiniger

Unter Desinfektion werden Maßnahmen zur Eliminierung aller krankheitserregenden Keime durch Abtötung bzw. Inaktivierung verstanden, so dass keine Infektion mehr stattfinden kann. Im Krankenhaus ist eine Desinfektion oft nicht zu vermeiden. In Bereichen mit hohem Infektionsrisiko (z.B. OP, Räume von Patienten mit Infektionskrankheiten) ist tägliche Desinfektion erforderlich.

Zur Flächendesinfektion sollten im Gesundheitsdienst nur Produkte aus der Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) eingesetzt werden oder - wenn entsprechend § 10c des Bundesseuchengesetzes eine Desinfektion behördlich (Gesundheitsamt) angeordnet worden ist - Produkte der Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) bzw. der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG).

Meist werden bei der desinfizierenden Unterhaltsreinigung in Krankenhäusern, Umkleideräumen, im öffentlichen Sanitär- und Bäderbereich etc. Kombinationsprodukte eingesetzt, die gleichzeitig reinigen und desinfizieren. Sie bestehen häufig aus Tensiden als reinigungsaktiven Substanzen und besitzen als Wirkstoffe beispielsweise Aldehyde und/oder quartäre Ammoniumverbindungen.

Allergien durch
   Formaldehyd          

 


Aldehydische Reiniger, die Formaldehyd, Glutaraldehyd oder Glyoxal enthalten, können Allergien auslösen und haben darüber hinaus eine reizende Wirkung auf die Haut sowie die Atem- und Verdauungswege. Glyoxal ist als erbgutverändernd in die Kategorie 3 eingestuft. Formaldehyd steht zudem im Verdacht, Krebs erzeugen zu können und ist als hautresorptiv eingestuft, d.h. dass bei Hautkontakt mit diesem Stoff große Mengen über die Haut in den Körper gelangen und zu Gesundheitsschäden führen können.

Quartäre Ammoniumverbindungen sind ebenfalls reizende bis ätzende Stoffe, die aber ansonsten toxikologisch günstiger zu bewerten sind.

Alkohole (Ethanol, Isopropanol, Propylenglykol) sind meist nur in geringen Konzentrationen enthalten und daher als unproblematisch anzusehen. Sie dienen in erster Linie zur schnellen Ablösung von Fett- oder Ölverschmutzungen.

Sofern nicht ausdrücklich gefordert wird, aldehydhaltige Produkte einzusetzen, sollte auf den Einsatz dieser Desinfektionsreiniger verzichtet werden. Grundsätzlich ist zu hinterfragen, ob nicht überhaupt auf eine Desinfektion verzichtet werden kann.

Stand: 03/2006
 

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