13.1.1.1 Saure Sanitärreiniger
Saure Sanitärreiniger werden zur Entfernung von Kalkrückständen, Urin- und Wasserstein, Schmutzverkrustungen und Rostablagerungen eingesetzt. Für die Entfernung dieser Ablagerungen und Rückstände werden Säuren bzw. saure Salze benötigt. Entsprechend bestehen Gefährdungen durch die ätzende bzw. bei geringerer Konzentration reizende Wirkung der anorganischen Säuren (z.B. Phosphorsäure), organischen Säuren (Ameisen- oder Essigsäure) oder der sauren Salze (Kalium- oder Natriumhydrogensulfat). Produkte auf Zitronensäurebasis sind relativ ungefährlich. Der Einsatz von stark sauren Sanitärreinigern sollte möglichst vermindert werden. Bei leichtflüchtigen Säuren (z.B. Ameisen- oder Essigsäure, Salzsäure) können die entsprechenden Dämpfe eingeatmet werden und zu Reizungen bzw. Verätzungen der Atemwege führen.
Saure Sanitärreiniger sind überwiegend als ätzende oder zumindest reizende Gefahrstoffe zu handhaben. Die Stoffrichtlinie 67/548/EWG bestimmt, dass Produkte mit pH-Werten kleiner 2 oder größer 11,5 als ätzend zu betrachten sind. Die meisten sauren Sanitärreiniger weisen einen solch niedrigen pH-Wert unter 2 auf.
13.1.1.2 Chlorhaltige Sanitärreiniger
Entstehung
von Chlorgas
Diese Produkte enthalten das ätzende Natriumhypochlorit. Sie entfernen keinen Kalk, ihre desinfizierende Wirkung ist für diesen Anwendungsbereich meist überflüssig. Werden zur Entfernung des Kalkes saure Reiniger mit chlorhaltigen Reinigern vermischt, bildet sich ätzendes Chlorgas.
13.1.1.3 Rohrreiniger
Spritzgefahr
Rohrreiniger sind stark alkalische Produkte, die - vor allem im Rahmen der Sanitärreinigung - zur Beseitigung von Verstopfungen in Abflussrohren, Siphons, usw. eingesetzt werden. Die Produkte werden in der Regel in Granulatform angeliefert und unverdünnt verwendet, d.h. in den Ausguss geschüttet, mit etwas Wasser übergossen und nach einer gewissen Einwirkzeit mit Wasser weggespült. Durch die stark ätzende alkalische Wirkung der entstehenden Lauge werden die Verstopfungen beseitigt.
Bei den Produkten handelt es sich in den meisten Fällen um ein Gemenge von festen Bestandteilen: Natrium- oder Kaliumhydroxid als Wirkstoff sowie geringe Mengen Tenside, Füll- und Hilfsstoffe.
Gesundheitsgefährdungen bestehen überwiegend durch die Alkalität der Rohrreiniger. Dadurch können starke Verätzungen auftreten.
| Stand: 03/2006 | ||