12   Holzschutz

Holz als organischer nachwachsender Rohstoff unterliegt einem natürlichen Abbau durch verschiedene Organismen. Aus diesem Grund muss Bauholz oft vor Befall durch holzzerstörende Insekten und Pilze geschützt werden. Vor der Entscheidung zum Einsatz chemischer Holzschutzmittel ist zunächst zu prüfen, ob Hölzer geschützt werden sollen, die tragende oder aussteifende Funktion besitzen, oder aber, ob dieser Schutz nur für nichttragende Hölzer erreicht werden soll, also beispielsweise für Holzverkleidungen, Fensterrahmen, Außentüren oder Giebelverschalungen.

tragende
   Holzbauteile           

 


Nur für den konstruktiven Bereich in baulichen Anlagen - und hier auch nur für bestimmte Anwendungsbereiche - ist überhaupt vorgeschrieben, Holz vor holzzerstörenden Pilzen oder Insekten zu schützen, um eine dauerhafte Standsicherheit zu gewährleisten. Solche Bauteile sind beispielsweise Fachwerke, Pergolen, Stützbalken im Freien, Holzbrücken oder Dachbalken.

nicht-tragende
   Holzbauteile           

 


Für den zweiten Bereich, also dem Schutz nicht-tragender Hölzer, besteht die Gefahr des Verlustes der Standsicherheit nicht. Hier dienen Holzschutzmittel lediglich der Werterhaltung oder Gebrauchstauglichkeit. Die Entscheidung zum Einsatz von Holzschutzmitteln bedarf in diesen Fällen einer intensiven Prüfung durch den Bauherrn bzw. der von ihm beauftragten Personen. Bereits an dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass in Innenbereichen, insbesondere in Wohnräumen, chemische Holzschutzmittel grundsätzlich nicht eingesetzt werden sollten.

Ist die Entscheidung für den Einsatz von Holzschutzmitteln gefallen, stellt sich bei dem großen Angebot an Produkten immer die Frage, welches Mittel die gewünschten Eigenschaften am besten erfüllt, ohne schädigende Einwirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt zu haben.

Bei der Behandlung von Holz werden je nach angestrebter Schutzwirkung verschiedene Präparate eingesetzt:

· Holzschutzmittel,
· Brandschutzmittel,
· Wetterschutzmittel und
· Holzveredelungsmittel.

Holzschutzmittel sind chemische Substanzen mit biozider Wirkung. Sie können sowohl vorbeugend als auch bekämpfend eingesetzt werden. Eine zusätzliche dekorative Beschichtung ist in vielen Fällen möglich.

Brandschutzmittel machen das Holz schwer entflammbar. Sie können auch Wirkstoffe enthalten, die pilzwidrig und vorbeugend gegen Insekten wirken.

Wetterschutzmittel sind für Holz im Außenbereich bestimmt. Sie bieten jedoch keinen Fäulnisschutz, da sie üblicherweise keine bioziden Wirkstoffe enthalten. Sie können gleichzeitig dekorative Beschichtungsstoffe sein.

Holzveredelungsmittel sind für rein dekorative Zwecke im Innenbereich gedacht. Sie sollen die Oberflächen schützen und die Pflege erleichtern.

Im folgenden wird ausschließlich auf den chemischen Holzschutz eingegangen . Dieser hat die Aufgabe, das Holz durch seine Giftwirkung vor Pilz- bzw. Insektenbefall zu schützen.1


1 im Rahmen des Bau-Bereiches der Maler und Lackierer werden zudem auch Informationen über die Holzveredelungsmittel gegeben; siehe Kap. 16.


Stand: 08/2009
 

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