10.9   Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe in alten Parkettklebstoffen

Seit Anfang 1998 erscheinen in vielen Zeitschriften Schlagzeilen wie "Giftiges Erbe" (Der Spiegel 17/1998), "In der hübschen Wohnung lauert Gefahr im Boden" (Frankfurter Rundschau vom 26.01.98) oder "Kinderladen wegen Parkettkleber geschlossen" (Frankfurter Rundschau vom 12.02.98). In allen Artikeln wird über Wohnungen berichtet, die nach Abzug der alliierten Streitkräfte aus Deutschland dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt wurden. Bei Untersuchungen des Hausstaubes in solchen Wohnungen sind PCB und Insektizide, aber auch außergewöhnlich hohe Konzentrationen an polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt worden. Insektizide werden bei Untersuchungen in nahezu allen Haushalten gefunden; ungewöhnlich waren aber die hohen Konzentrationen an PAK. Als Quelle wurden sehr schnell der in allen Wohnungen vorhandene Parkettboden bzw. die Klebstoffe, mit denen dieses Parkett bei Fertigstellung der Häuser verlegt wurde, ausgemacht.

Was sind PAK?     

 


Bei PAK oder PAH (Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) handelt es sich um einen Sammelbegriff von mehreren hundert Einzelstoffen. Sie sind vor allem Bestandteil von fossilen Brennstoffen wie Kohle sowie deren Destillationsprodukten wie Steinkohlenteerpech. Darüber hinaus entstehen PAK in geringen Konzentrationen auch bei Verbrennungsprozessen.

Wesentlicher Vertreter der PAK ist das Benzo[a]pyren (BaP). Dieses wird u.a. als Bezugssubstanz bzw. Leitsubstanz für PAK herangezogen, da sich gezeigt hat, dass das Massenverhältnis der einzelnen PAK zu Benzo[a]pyren im ausreichenden Maße konstant ist. Vorschriften und Regelungen zu PAK beziehen sich auf den Benzo[a]pyrengehalt, wobei die Gefährdung durch andere PAK berücksichtigt worden ist.

Stand: 10/2005
 

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