9.5   GISCODE für Verlegewerkstoffe

Mit der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) des Industrieverbandes Klebstoffe e.V. ist der GISCODE konzipiert worden, der alle wesentlichen Verlegewerkstoffe in 24 Produktgruppen einteilt.

GISCODE für
   Verlegewerkstoffe  

 


Die GISCODE-Gruppen bezeichnen Produkte mit einheitlicher Gefährdung und haben Kurzbezeichnungen (z.B. D 1 für ‘Lösemittelfreie Dispersions-Klebstoffe’). Für den Verwender wird aus dem GISCODE ersichtlich, ob es sich um einen physikalisch ab­bindenden Vorstrich oder Klebstoff (Dispersions- [D], stark lösemittelhaltige Kunstkautschuk- oder Harz-Verlegewerkstoff [S]) oder um einen chemisch abbindenden Reaktionsharz-Verlegewerkstoff (Epoxid- [RE] oder Polyurethan- [RU]) handelt. Darüber hinaus kann der Anwender aus dieser ‘Kennzeichnung’ den Lösemittelgehalt des Produkts - aufgeschlüsselt nach der TRGS 610 (lösemittelfrei [D 1, RE 1, RU 1], lösemittelarm [D 2-4, RE 2, RU 2], lösemittelhaltig [D 5-7, RE 3, RU 3], stark lösemittelhaltig [S 1-6, RU 4]) - erfahren.

Tabelle: GISCODE für Verlegewerkstoffe

  I. Dispersions-Klebstoffe/-Vorstriche II. Stark lösemittelhaltige Klebstoffe/Vorstriche
  D1 lösemittelfrei S1 aromaten- und methanolfrei
  D2 lösemittelarm, aromatenfrei S2 toluol- und methanolfrei
  D3 lösemittelarm, toluolfrei S3 aromatenfrei
  D4 lösemittelarm, toluolhaltig S4 methanolfrei
  D5 lösemittelhaltig, aromatenfrei S5 toluolfrei und methanolhaltig
  D6 lösemittelhaltig, toluolfrei S6 toluolhaltig
  D7 lösemittelhaltig, toluolhaltig    
  III. Epoxidharz-Produkte IV. Polyurethan-Klebstoffe/-Vorstriche
  RE 0 Epoxidharzdipersionen RU 1 lösemittelfrei
  RE 1 lösemittelfrei RU 2 lösemittelarm
  RE 2 lösemittelarm RU 3 lösemittelhaltig
  RE 2,5 lösemittelhaltig RU 4 stark lösemittelhaltig
  RE 3 lösemittelhaltig    
         
  V. Spachtelmassen    
  CP 1 auf Anhydritbasis    
  ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm    

Die Hersteller geben den GISCODE auf ihren Gebinden, Sicherheitsdatenblättern, Technischen Merkblättern und Preislisten an. Die Codierung ermöglicht dem Verwender, umfangreiche Informationen zu erhalten (z.B. durch das EDV-Programm WINGIS oder www.gisbau.de), die ihm Hinweise zu den von dem Produkt ausgehenden Gesundheitsgefahren und anzuwendenden Schutzmaßnahmen, aber auch zu möglichen Ersatzprodukten geben.

Der GISCODE wird als beispielhaft auch für andere Bereiche angesehen. Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung hat die TKB 1994 mit dem deutschen Gefahrstoffpreis ausgezeichnet:

Stand: 10/2005
 

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