Vorstriche/Grundierungen - nachfolgend nur noch Vorstriche genannt - werden zur Verbesserung der Haftung, als sperrende Schutzgrundierung gegen Oberflächenwasser und zur Verfestigung des Untergrundes sowie zur Vorbehandlung vor Spachtelarbeiten eingesetzt. Sie werden meist mit einer Rolle aufgetragen.
Klebstoffe werden zum Befestigen von Bodenbelägen eingesetzt. Das Aufbringen erfolgt in der Regel mit einem Zahnspachtel. In Einzelfällen, vor allem bei Fixierungen, werden auch Rollen benutzt. Die Ablüftezeit bis zum Verlegen des Belages variiert bei den einzelnen Klebstoffen abhängig von den eingesetzten Lösemitteln und deren Gehalt.
Im Folgenden werden Vorstriche und Klebstoffe zusammen behandelt, da ihre Zusammensetzung und ihr Gefahrenpotenzial sehr ähnlich sind; lediglich bei den stark lösemittelhaltigen Produkten ist der Lösemittelanteil in Vorstrichen noch höher als in Klebstoffen. Vorstriche und Klebstoffe werden in physikalisch und chemisch abbindende Produkte eingeteilt. Die auf dem Markt vorhandenen Produkte haben ein sehr unterschiedliches Gefährdungspotenzial; es gibt relativ harmlose Dispersionsprodukte und problematische stark lösemittelhaltige Produkte oder Reaktionsharzklebstoffe.
In Vorstrichen und Klebstoffen sind im wesentlichen folgende Stoffe enthalten:
Bindemittel
verschiedene Kunst- und/oder Naturharze dienen der Verbesserung der Haftung auf dem Unterboden. Die von ihnen ausgehenden Gesundheitsgefahren können derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Von den eingesetzten Naturharzen können Allergien ausgehen.
Dispersionen
in der Regel Polyacrylate, die nach dem heutigen Kenntnisstand unproblematisch sind.
Flüssige Trägermittel
Lösemittel und/oder Wasser. Auf die Lösemittel und die damit verbundenen Gesundheitsgefahren wird noch eingegangen.
Füllstoffe
Kreiden, Kalksteinmehl und/oder Tonmineralien. Diese anorganischen Substanzen dienen der Volumenvergrößerung; nach heutigem Wissen sind sie unproblematisch.
Zusätze
Klebeverstärkende Zusätze, Weichmacher, Verdickungsmittel, Frostschutzmittel , Alterungsschutzmittel und Konservierungsmittel können in geringen Konzentrationen zugesetzt werden. Für Allergiker können diese Stoffgruppen problematisch sein. Die genauen Inhaltsstoffe der eingesetzten Produkte müssen dann beim Hersteller erfragt werden.
| Stand: 10/2005 | ||