Das bekannteste und am weitesten entwickelte Konzept überbetrieblicher Unterstützungen ist sicherlich das System der Produktgruppen-Informationen, dass oft auch kurz als "Produkt-Code" bezeichnet wird. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die Unternehmen nicht nur verständliche Handlungshilfen für die Praxis benötigen. Vielmehr muss der Zugang zu diesen Informationen für die Betriebe zum einen sehr einfach erfolgen; zum anderen darf er sie nicht erneut mit einer Vielzahl neuer Informationsblätter überfluten. Diesen beiden Forderungen wird das System der Produktgruppen-Informationen gerecht.
Das System basiert auf nachfolgenden Überlegungen: Grundsätzlich ist die Anzahl der für die Herstellung bauchemischer Produkte für ein bestimmtes Gewerk eingesetzten Stoffe nicht unendlich. Vielmehr engt sich die Palette der unter Baustellenbedingungen einsetzbaren Stoffe in der Regel auf eine relativ überschaubare Anzahl ein.
Ebenso unterscheiden sich die Produkte für den gleichen Verwendungszweck, aber verschiedener Hersteller allein schon aus technischen Gründen in ihrer Zusammensetzung in vielen Fällen nicht voneinander. Die von den einzelnen Gewerken eingesetzten Produkte weisen daher häufig ähnliche Zusammensetzungen (Inhaltstoffe und deren Gehalte im Produkt) und somit ähnliche Gefährdungen auf. Demzufolge sind auch die vor Ort zu treffenden Maßnahmen identisch oder doch zumindest vergleichbar.
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GISCODE
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Vor diesem Hintergrund haben alle in den unterschiedlichen Branchen
relevanten Verbände und Institutionen gemeinsam mit GISBAU für viele
Bau-Bereiche Produktgruppen-Informationen erarbeitet. Die Tabelle 1 listet
die heute existierenden Produkt-Code-Systeme auf. Die Bezeichnungen "GISCODE"
und "Produkt-Code" bedürfen vielleicht einer kurzen Erläuterung.
Die ersten Branchenregelungen in der Bauwirtschaft wurden alle mit einem GISCODE
"verschlüsselt". Da aber in dieser Bezeichnung das ‚G' für Gefahrstoffe
steht und in den unterschiedlichen Branchen auch "Nicht-Gefahrstoffe" codiert
werden, wurde der Begriff bei den weiteren Branchenlösungen in "Produkt-Code"
umbenannt. Hinter beiden Begriffen steckt demzufolge ein und derselbe Grundgedanke.
Es gibt also keinerlei inhaltliche oder qualitative Unterschiede zwischen
den beiden Bezeichnungen.
Tabelle 1: Produkt-Codes für die Bauwirtschaft
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GISCODE für Epoxidharz-Beschichtungsstoffe |
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GISCODE für kaltverarbeitbare Bitumenprodukte in der Bauwerksabdichtung |
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GISCODE für Methylmethacrylat-Beschichtungsstoffe |
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GISCODE für Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden |
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GISCODE für Polyurethan-Systeme im Bauwesen |
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GISCODE für Vorstriche und Bodenbelagsklebstoffe |
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GISCODE für zementhaltige Produkte |
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Produkt-Code für Betontrennmittel |
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Produkt-Code für Betonzusatzmittel |
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Produkt-Code für Farben und Lacke |
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Produkt-Code für Holzschutzmittel |
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Produkt-Code für Reinigungs- und Pflegemittel |
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Die Produktgruppen fassen die große Anzahl der Produkte
eines Bau-Bereiches in Gruppen zusammen. Eine Beurteilung jedes Einzelproduktes
bezüglich der erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen erübrigt
sich. Damit wird in den Betrieben die Papierflut entscheidend eingedämmt
und allein schon deswegen die Akzeptanz von Gefahrstoff-Informationen grundsätzlich
erhöht.