In der TRGS 903 sind die 'Biologischen Arbeitsplatztoleranzwerte' (BAT-Werte) aufgeführt. Zur Zeit sind für 45 Stoffe und Stoffgruppen BAT-Werte festgelegt.
Grenzwerte im
biologischen
Material
Die BAT-Werte sind Grenzwerte im Harn oder Blut, die die tatsächliche Beanspruchung des Einzelnen durch Gefahrstoffe anzeigen. Anders als bei den Luftgrenzwerten werden dadurch besondere Arbeitsplatzbedingungen (schwere Arbeit = erhöhtes Atemvolumen) oder individuelle Unterschiede des Einzelnen bei der Aufnahme und der Reaktion der Stoffe im Körper (z.B. auch Aufnahme durch die Haut) berücksichtigt.
"Der Biologische Arbeitsplatztoleranzwert (BAT) ist die Konzentration eines Stoffes oder seines Umwandlungsproduktes im Körper oder die dadurch ausgelöste Abweichung eines biologischen Indikators von seiner Norm, bei der im allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird."21
BAT-Werte sind kein Ersatz für Luftgrenzwerte. Grenzwerte für die Luft am Arbeitsplatz sind grundsätzlich einzuhalten. Überschreitungen der BAT-Werte müssen zum Anlass genommen werden, die Arbeitsplatzbedingungen zu überprüfen. Es muss dafür gesorgt werden, dass bei keinem Mitarbeiter ein BAT-Wert überschritten wird. Die TRGS 903 geht im Absatz 2.2(4) sogar noch einen Schritt weiter:
"Bei der Bewertung der Messergebnisse durch den Arzt müssen auch solche Befunde Beachtung finden, die zwar den BAT-Wert noch unterschreiten, aber oberhalb einer für die Allgemeinbevölkerung geltenden Hintergrundbelastung liegen."
Damit wird deutlich, dass selbst bei Einhaltung des BAT-Wertes zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein können, wenn die 'Norm-Werte' überschritten werden.
Für einige der wesentlichsten Inhaltsstoffe der beim Bauen, Renovieren und Reinigen eingesetzten Chemikalien existieren BAT-Werte: Aceton, Blei, Dichlormethan, Fluorwasserstoff, n-Hexan, Methanol, Isopropanol, Styrol, Toluol und Xylol.
Es ist gerade in der Bauwirtschaft empfehlenswert, nicht nur die Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Air-Monitoring), sondern auch die Konzentration im Körper zu ermitteln. Durch die unterschiedlichen Verhältnisse auf den Baustellen, die oft extremen Lüftungssituationen und vor allem die bei einigen der genannten Stoffe sehr hohe Hautresorptivität - insbesondere bei Methanol und Xylol - gibt nur das Bestimmen der Stoffkonzentration im Körper (Bio-Monitoring) eine befriedigende Auskunft über die wirkliche Belastung der Beschäftigten.
| Stand: 05/2001 | ||