1.2.3   Hautresorptive und sensibilisierende Chemikalien

Für diese Eigenschaften gibt es keine eigenen Gefahrensymbole, lediglich einige Gefahrenhinweise deuten das gesundheitliche Risiko an.

Hautresorptive Stoffe werden leichtdurch die Haut aufgenommen und können dadurch zu schweren Gesundheitsschäden führen. Besteht erst einmal eine Allergie auf einen bestimmten Stoff, reichen schon Spuren aus, um die Allergie zu ‘unterhalten’. Solch geringe Menge können als Verunreinigung eines der Bestandteile eines Produktes nicht einmal dem Hersteller bekannt sein. Dies gilt vor allem, wenn der Hersteller seine Rohstoffe von Dritten bezieht.

Tabelle 4 gibt die für die Bauwirtschaft wichtigsten hautresorptiven Stoffe an, die in der TRGS 900 ‘Arbeitsplatzgrenzwerte’ (AGW) entsprechend mit ‘H’ gekennzeichnet sind. Die Gefahrenhinweise R 27, R 24 bzw. R 21 (Sehr giftig, Giftig bzw. Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut) weisen auf die Gefahr der Hautresorption hin.

keine Symbole für
   'H'- und 'S'-Stoffe    

 


Auch für diese Stoffe gilt: Ein fehlender Gefahrenhinweis bedeutet nicht, dass kein hautresorptiver Stoff im Produkt enthalten ist. So kann der Stoff nur in einer Konzentration im Produkt enthalten sein, die zur Angabe des Gefahrenhinweises nicht mehr verpflichtet. Die TRGS 900 verlangt, durch organisatorische und arbeitshygienische Maßnahmen sicher zu stellen, dass der Hautkontakt mit diesen Stoffen unterbleibt.

Sensibilisierende Stoffe können je nach persönlicher Veranlagung unterschiedlich schnell und stark allergische Erscheinungen auslösen. Die Einhaltung des AGW gibt keine Sicherheit gegen das Auftreten allergischer Reaktionen.

Besteht erst einmal eine Allergie auf einen bestimmten Stoff, reichen schon Spuren aus, um die Allergie zu 'unterhalten'. Solch geringe Menge können als Verunreinigung eines der Bestandteile eines Produktes nicht einmal dem Hersteller bekannt sein. Dies gilt vor allem, wenn der Hersteller seine Rohstoffe von Dritten bezieht.

Tabelle 4: Sensibilisierende (S) und hautresorptive (H) Stoffe in der Bauwirtschaft

 Ammoniumhexafluorosilikat
 Benzol
 Benzalkoniumchlorid
 2-Butanonoxim
 2-Butoxyethanol
 2-Butoxyethylacetat
 Chrom-VI-Verbindungen
 Cyclohehanon
 4,4'-Diaminodiphenylmethan
 Dibenzoylperoxid
 Dichlofluanid
 Diisocyanattoluol
 Diphenylmethan -4,4'-diisocyanat
 1,2-Ethandiol
 Ethylbenzol
 Epoxyverbindungen
 Flusssäure
 Formaldehyd
 Furfural
 Furfurylalkohol
 Glutardialdehyd
 Glyoxal
 Hexamethylendiisocyanat
 Holzstaub
 Isophorondiamin
 Isophorondiisocyanat
 Isopropylbenzol
 Isothiazolinone
 Kolophonium
 Methanol
 Methylmethacrylat
 N-Methyl-2-pyrrolidon
 Nickel
 Phenol
 Terpentinöl
 Triethylentetramin
 Xylol
 Tributylzinnverbindungen
H
H
S
S
H
H
S
H
H,S
S
S
S
S
H
H
S
H
H,S
H
H
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S
S
S
H,S
S
H
S
S
H
S
H
S
H
H,S
H,S
H
H
Holzschutzmittel
Benzin
Desinfektionsreinigungsmittel
Farben und Lacke, Klebstoffe
Parkettsiegel, Reinigungsmittel
Lösemittel
Holzschutzmittel, Zement
Lösemittel
Epoxidharzprodukte (Säurebau)
Polyesterharze
Holzschutzmittel
Polyurethan
Polyurethan
Lösemittel
Lösemittel
Klebstoffe, Betonsanierung, Beschichtung
Reinigungsmittel
Reinigungsmittel (Desinfektion)
Säurebau
Säurebau
Desinfektionsreinigungsmittel
Desinfektionsreinigungsmittel
Polyurethan
Schreinerei
Epoxidharzprodukte
Polyurethan
Lösemittel
Konservierungsmittel
Beschichtungsstoffe
Lösemittel
Beschichtungsstoffe
Abbeizer, Parkettsiegel
Schweißelektroden
Säurebau, Epoxidharzprodukte
Lösemittel
Epoxidharzprodukte
Lösemittel
Holzschutzmittel, Antifoulingfarben

Isocyanatasthma
   durch Hautkontakt
   mit PU-Produkten   

 



Besonders hingewiesen werden muss auf die meist unbekannte Problematik, dass bei Einsatz von Polyurethanprodukten wie Fensterschäumen, Klebstoffen usw. bereits durch einen einmaligen massiven Hautkontakt ein Isocyanatasthma - eine Atemwegsallergie - verursacht werden kann.

Stand: 03/2006
 

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